Früher jagten die Menschen, um Nahrung zu beschaffen sowie Kleidung, Werkzeuge und Gebrauchsgüter herzustellen. Üblicherweise waren es Männer, die zur Jagd gingen, während sich Frauen um die Familie und deren Wohl kümmerte.

Wer mit Beute von der Jagd zurückkam, wurde gefeiert, gelobt, bewundert. Schliesslich war dank seinen Fähigkeiten das Überleben für einen gewissen Zeitraum wieder gewährleistet. Der Mann durfte stolz sein.

Irgendwie scheint dieser Trieb noch immer im Manne/Menschen zu stecken, obwohl wir die Steinzeit vor einiger Zeit hinter uns gelassen haben.

Braucht es die Jagd?

Jeder Jäger wird sofort viele Gründe aufzählen, weshalb wir die Jagd noch immer brauchen: Pflege und Schutz der Natur, Abschuss von kranken Tieren, Bewegung in und Beobachtung der Natur, Nahrungsmittelbeschaffung. Die meisten Jäger behaupten auch, es gehe ihnen nicht um das Töten des Tieres, sondern um das Drumherum.

Braucht es den Eingriff des Menschen in die Natur tatsächlich? Ist es wirklich nötig, in das natürliche Gleichgewicht von Jäger und Opfer und der tierischen Nahrungskette einzugreifen? Muss die Natur vor sich selbst geschützt werden? Oder ist es nicht eher so, dass die Natur vor uns Menschen geschützt werden sollte?

Wenn der Mensch den Lebensraum der Tiere nicht mit Gesetzen und Zäunen einschränken würde, dann könnte das Gesetz des Stärkeren wirken und Tiere würden sich selbst dezimieren. Die Natur würde das Gleichgewicht von selbst wiederherstellen. Extreme Witterungsverhältnisse würden den „Überbestand“ regelmässig verkleinern. Dazu braucht es den Menschen nicht – Millionen von Jahren hat es ohne ihn bestens funktioniert.

Wir müssen auch nicht vor den „wilden“ Tieren geschützt werden, die nachts hungrig in unseren Mülltonnen nach Essbarem suchen. Sind nicht wir es, die zu nah an den Lebensraum jener Tiere gebaut haben? Sind nicht wir es, die ihnen ihre Lebensgrundlage zerstört haben?

Weshalb also wird gejagt?

Grosswildjagd

Während die Jagd in Westeuropa und in den Alpen als „Korrektur des Tierbestandes“ verkauft wird, geht es bei der Grosswildjagd in Afrika eindeutig um Prestige und viel Geld. Nicht jedermann kann es sich leisten, nach Namibia, Kenia oder Tansania zu fliegen und auf einer Safari Löwen, Giraffen oder Zebras abzuknallen. Eine Woche inkl. Flug, Unterkunft, Abschussgenehmigung und Trophäe kommt locker auf einen fünfstelligen Euro-Betrag. Die Krönung dafür ist dann der ausgestopfte Löwenkopf (z.B.) in der heimischen Villa.

Es geht um Business, um Prestige, um Anerkennung. Bei der Grosswildjagd in Afrika genauso, wie bei der Jagd in Westeuropa und den Alpen.

Geld regiert die Welt

Die Ausfuhr von Elfenbein ist inzwischen verboten. Der Schmuggel geht jedoch weiter. Pelztragen ist verpönt, geschieht trotzdem noch. Krokodilleder ist zwar nicht mehr wirklich in Mode, wird aber weiterhin verarbeitet und verkauft.

Solange mit der Jagd – hier wie dort – Geld verdient werden kann, werden Wildtiere weiterhin gejagt. Mit dem einzigen Zweck, sie zu töten und ihre Überreste als Trophäe im eigenen Heim auszustellen.